Fische in Tüte eingewöhnen

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Verena
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Fische in Tüte eingewöhnen

Beitrag von Verena »

Hallo alle zusammen, :winken:

nie endend sind die Fragen nach dem Einsetzen von Fischen und wie der jeweilige Aquarianer das macht.^^

Ich habe früher die Tiere mit Tüte eingesetzt.
Dies mache ich privat sehr selten, im Job jedoch wöchentlich.

Für Fischkäufer wird oft die Anleitung gegeben:
Beutel auf die Oberfläche legen, Temperatur angleichen, dann raus mit den Tieren.

Ist leider nicht so ganz richtig.

Ich schreibe mal meine Gedanken dazu auf:

Vorweg rate ich IMMER an, einen mind. 50 % Wasserwechsel zu machen, BEVOR man sich neue Fische einsetzt, um die Keimrate zu verringern und den Tieren die Eingewöhnung zu erleichtern.


Nun zum Einsetzen nach dem Kauf.

Kühlt das Wasser in einem Beutel stark runter, dann sollte man durchaus die Temperatur erst angleichen.
Das kann man vermeiden, indem man die Tiere in einer Thermobox/ Tasche transportiert.
Hier sind sie auch gleich abgedunkelt und erleben weniger Stress.


Zu hohe Schwankungen sind für einen Fisch mitunter gefährlich, also sollten wir dies vermeiden.

Hier ist das auflegen und angleichen passend.
Wichtig ist, daß dabei das Licht ausgemacht wird, denn somit sind die Tiere auch ruhiger, haben weniger Stress und...verbrauchen weniger Sauerstoff.
Leider werden viele Fische imme rnoch sehr dicht gepackt und auch verschiedene Arten zusammen.
Das kann sich nachteilig auswirken.
Daher ruhig um eine große Tüte bitten / getrennt packen lassen. :)


Ok, passt die Temperatur, dann sollte man die Tüte öffnen ( Gummi ö.ä. abmachen) und nun kommt etwas ganz wichtiges:

man krempelt die Tüte oben um.

Hiermit erreicht man, daß man die Tütenöffnung starr bekommt und somit eine offen bleibende Wasseroberfläche.
Es kann also ein Gasaustausch statt finden.
Wir erinnern uns:
kleine Tüte, eventuell viele Fische, Stress, hoher Sauerstoffverbrauch....das kann zu einer Atemnot führen, eventuell sogar zu Spätschäden.

Durch die größere Oberfläche der Tüte, puffert man solch ein Problem ab.

Auf keinen Fall sollte man die Tüte oben einhängen und die Tüte oben zusammenlegen und über den Rand hängen lassen, o.ä.
Das zusammenbappen der Tüte oben hat zur Folge, daß kein Gasaustausch mehr stattfindet und somit ein Sauerstoffmangel bei den Tieren forciert wird.
Vor allem für Fische, die auch Luft an der Oberfläche holen ( Fadenfische, Betta, Panzerwelse z.B. ) ist dies ein absolutes Stressmoment.
tuete.jpg

Nun gibt man in kleinen Schritten Wasser aus dem Aquarium dazu.
Bis sich das Wasser mind. verdoppelt hat.

Wer sich mit der Aquaristik auseinander setzt, wird irgendwann lernen, daß Wasser so unterschiedlich sein kann, wie das Klima auf der Erde.
Hier wäre es also wichtig zu wissen, welche Wasserwerte man selber hat...und welche der Händler.
So kann man schauen, wie langsam die Anpassung sein sollte.

Von Weich- auf Hartwasser vertragen die gängigsten Fische in der Regel gut.
Sie kommen mit der Veränderung besser Zurecht, als wenn man von hartem Wasser auf weiches Wasser geht.

Sind bei letzterem die Unterschiede zu groß ( von hart auf weich) , kann dies sogar zum späterem Tot führen.

Sind die Werte fast identisch, kann man die Eingewöhnung schneller vollziehen.

Also bringt die Wasserwerte in Erfahrung, dann wisst ihr, wie stark die Umstellung für Eure Tiere ist. :)

Und natürlich sollte man wissen, was man für Fische kauft, um deren Bedürfnisse zu kennen!
Sprich, man liest sich vorher ein.


Hat man das Wasser nun angepasst, gibt man die Tiere ins Aquarium.

Hier muß man wählen, ob man das Wasser vom Händlerbecken einfach mit hineinschüttet, oder ob man die Tiere vorher rauskeschert/ durch einen Kescher abgiest und dann einsetzt.

Für Ungeübte rate ich an, die Tüte mit den Tieren einfach auszukippen.
Ansonsten verletzt man die Tiere noch, bzw. setzt sie unnötig einem hohem, Stress aus.
Ein Wasserwechsel am nächsten Tag ist nie verkehrt. :)

Und wenn man dem Wasser vom Händler absolut nicht vertraut...dann frage ich mich, warum man dann dort Fische kauft... :??:
Denn Krankheitserreger/ Parasiten sitzen eh auch auf dem Fisch.

Wer also sicher gehen will, der setzt seine Tiere eh einige Wochen in Quarantäne, also separat.
Und dort ist es Anfangs egal, ob das Händlerwasser mit rein kommt. :D



Ich gewöhne fast nur in einem Eimer/Behälter ein.
Sprich, die Tüte wird dort drin ausgeleert, dann gebe ich in kleinen Mengen Wasser dazu.
Hier bewährt sich wieder eine größere Tüte beim Transport, denn man hat mehr Wasser Anfangs in dem Behälter.
Die Abstände und Menge richte ich nach den Tieren aus.
Meist tausche ich aus....einen Becher Wasser raus, einen Becher Aquarienwasser rein.
Der Behälter ist / steht dunkel, wird abgedeckt.
Manche nehmen einen Luftschlauch, und lassen durch diesen Wasser tropfen, das ist natürlich die schonendste Variante.

Aus so einem Behälter kann ich, wenn ich möchte, auch die Tiere leicht rauskeschern.

Und sollte das Wasser tatsächlich zu kalt sein, oder währenddessen auskühlen ( bei größeren Behältern), habe ich sogar die Möglichkeit mit einer kleinen Nanoheizung das Ganze auf eine gewünschte Temperatur zu bringen.

Bei einem Messbecher kommt ja eh immer wieder warmes Aquariumwasser auf eine geringe Wassermenge rein.

Achtet bitte darauf, daß die Wände wirklich super glatt sind!
Fischaugen stehen heraus.
Und wenn sie panisch in einem z.B. rundem Eimer an der Aussenwand langschiessen, dann können sie sich durchaus die Hornhaut verletzen.
Dort können dann Keime eindringen und das Tier kann erkranken.

Bei extrem ängstlichen Fischen packe ich eine kleine Wurzel oder Pflanze mit dazu....darunter suchen sie dann meist Schutz und beruhigen sich schnell.


So, mein Kaffee ist leer....eventuell ergänze ich noch was, ansonsten freue ich mich, wenn ihr mir berichtet, wie ihr das so handhabt.

:winkenpc: Verena
Hat das Blümchen einen Knick,
war die Hummel wohl zu dick.... :kicher:

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